Nachbarschaftshilfe

Nun regnet es seit Tagen. Vor 2 Tagen, am Sonntagabend, war es wieder ganz schlimm. Richtige Sturzbäche kamen vom grauen, blitzezuckenden Himmel. Wir haben in diesem Jahr schon einige Hausflutrettungen geschafft.
Die Außentreppe zum Keller leitet nämlich in solchen Fällen zuviel Wasser zu schnell in den zu kleinen „Abfluss“.

Nach Absprachen mit dem Vermieter haben wir in der Hausgemeinschaft eine Wasserpumpe dafür gekauft und die kam nun schon einige Male zum Einsatz.

Wir sind 5 Wohn“parteien“ und verstehen uns ganz gut. Der „harte Kern“ sind wir, ein anderes Paar und die Nachbarin, die vor einigen Wochen leider durch einen Unfall zur Witwe wurde.
Wir kümmern uns umeinander, ohne uns gegenseitig zu bekümmern. Wir helfen und hören uns zu. Wir können klingeln wenn wir mal quatschen wollen oder Hilfe brauchen. Aber wir lassen uns genug Privatsphäre und akzeptieren auch ein „Nein“.
Das steht in keiner „Hausordnung“, es ist einfach mit Respekt, Anstand und Humor, sich in so einer Gemeinschaft wohl zu fühlen.

So auch am Sonntagabend. Es fing gegen 20.30 Uhr an zu gießen und prompt waren wir zu viert dabei, den Keller, die Kellertreppe und so weiter zu sichten.
Die anderen Mieter waren nicht da.
Die zwei Männer haben die Pumpe in Gang gesetzt und wir zwei Mädels haben versucht, die Türen zu den Kellern der Mieter abzudichten. Leider lief in einem der „anderen“ Keller ein inzwischen übergelaufener Kanalisationsschacht über und wir haben geschippt, gepumpt und mit Eimern das Wasser rausgetragen.

Soviel Regen innerhalb kürzester Zeit sorgte in einigen Städten hier und ringsherum für Überschwemmungen und gr0ßen Schäden.
Wir haben meist Glück, dass wir oder jemand anders dann da ist und reagieren kann.  Der Vermieter ist auch froh, dass wir da alle so gut miteinander schaffen.

Nun ist das aber auch nicht mehr selbstverständlich. Auch bei uns gibt es mal Reibereien. Aber sind wir nicht alle nur Menschen mit Gefühlen, Regungen, Meinungen? Es kommt darauf an, sich zu tolerieren, ohne das man andere Meinungen oder Tätigkeiten „gut“ finden muss.
Tolerieren  = respektvoll akzeptieren und abhaken…
und nur im Fall einer Eskalation entsprechend reagieren und/oder eingreifen.

Wir sind echt froh, dass wir in DIESER Hausgemeinschaft wohnen, denn es ist in unserer „Generation“ noch üblich, diese und weitere allgemeine Benimmsich´s ohne „wenn & aber“ oder „was kriege ich dafür?“ zu leben.

Die Nachbarin, die nun auf einer Familienreise ist, wird sich freuen, wenn sie ihren Keller und alles was darin ist, einigermaßen „heil“ wieder sieht.
Sie kümmert sich wiederum um unsere Miezen, wenn wir mal länger als einen Tag wegfahren…

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