Der grüne Wurm 22

Grün – die Farbe der Wiese. Der Pflanzenwelt… irgendwo ist an nahezu jeder Pflanze was Grünes. Grün ist toll.
Herr Kater spielt am liebsten GRÜN, manchmal auch  GELB, manchmal auch gefleckt oder mit Bimmelei dran.
Mittlerweile ist der Wurm Nr. 2 zweimal kurz aufgetaucht, aus den tiefen Gründen unserer mittel“großen“ Wohnung.
Aber eben nur kurz. Es scheint ihm irgendwie nicht mehr zu gefallen hier. Bei uns. Oder mit dem verrückten Herrn Kater. Letzteres kann ich durchaus verstehen.

Ein grüner Fisch wurde vor etwa zwei Wochen von mir – im Anfall einer Ideeumsetzung – an die Gardinenstange-Spielangel geknüppert. Vor ein paar Tagen hab ich diese „Konstruktion“ unbeabsichtigt aus der Abstellkammer geholt und vor dieser geparkt.
Es knallte und die Angel lag längelang im Flur. Kater fünf Meter weiter weg. Völlig erschrocken. Madame Katze allerdings war dabei, den am Fadenende befestigten Fisch herumzureißen. Biss daran herum, zog den Fisch mitsamt seinem Anhang weg und bemühte sich unglaublich, das ganze Gewusel „wegzuzerren“.

Ich war ihr natürlich behilflich. Sie war voll im Spielrausch. Wunderschön zu sehen, wie sehr SIE wenigstens diesen Fisch mag. Der zwar nicht zum Auffressen (gedacht) ist, in den sie aber so herrlich reinbeissen kann, den sie abschlecken kann und mit ihren Vorder- und Hinterpfoten bekneten kann.
Sie zog und zerrte, ich konnte mal so richtig schön ausgelassen mit ihr spielen. Wenn der Fisch über hier „wirbelte“ sprang sie hoch und versuchte, ihn zu fangen. Sie liebkoste ihn und wirkte zeitweise richtig glücklich.

Herr Kater allerdings saß betröppelt an der Tür und schaute mit ungläubiger „Miene“ zu, wie sich das graue Wesen um ein grünes Etwas bemühte. Grün ist also nicht nur seins. Wobei ich mir bei Madame eher denke, es liegt nicht an der Farbe, sondern am gelegentlichen Spieltrieb. Und dem Zeugs, was in dem Fisch drin ist. Sind ja keine Gräten, sondern diese Baldrian-Duftzusammensetzung.
Egal.
Er kam näher, immer mal wieder, schaute zu, ließ uns nicht aus den Augen und schien ab und zu mitmachen zu wollen. Aber seine Hinterbeine spannten sich immer nur kurzzeitig an. Was auch immer ihn davon abhielt, sich auf uns, Madame oder das Spielzeg zu stürzen… Madame ließ sich in keinster Weise stören.

Im Zuge des Angelspiels fiel mir irgendwann auf, dass – plötzlich und völlig unerwartet – der Wurm neben meinen Füßen lag. Er tat mir sooo leid, ich überlegte nicht lange und ignorierte das arme, zerrupfte Wesen. Lenkte die Fischangel auch zu Ihmchen rüber und versuchte, ihn mit kleinen „Anstupsern“ zum Mitspielen zu animieren.

Fehlanzeige. Herr Kater ist ein treues, sehr treues Wesen. Er liebt seinen Wurm über Alles und lässt ihn nicht im Stich. Auch wenn der Wurm sehr traurig aussieht. Aussehen ist eben nicht alles. Loyal und etwas erhobenen Hauptes und Rückens trug Herr Kater, nachdem ich offensichtlich nicht bereit war, ihm das blaßgrüne, gewundene kleine Plüschtierchen spielerisch zuzuwerfen, den Wurm in seinem Mäulchen wieder weg.
Seitdem ist Wurm auch eben wieder verschwunden. Seit gut drei Tagen.
Eine Suchanzeige haben wir erwogen, aber die Erfolgsaussichten sind ja eher gering.

Nun tobt Herr Kater eben so „ohne was“ herum und nutzt für seine weitere Körperertüchtigung hin und wieder den gelben Grätenfisch oder das gefleckte Tigerchen… Grün ist eben doch nicht alles. Oder er wartet nur darauf, dass der Wurm wiederkommt.

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