Babylady´s erstes Leben war in Gefahr

Sammy hatte durch die „Rolligkeiten“ wirklich immer sehr zu leiden. Ihr ging es dann immer richtig schlecht. Nach einigen Rolligphasen entschlossen wir uns nach reiflicher Überlegung und Einholen einiger Informationen, sie kastrieren zu lassen, um ihr weitere Schmerzen zu ersparen.
Den Arzt kannten wir schon, aber Sammy war natürlich ziemlich aufgeregt weil sie nie gern im Auto saß. Und dann noch in der „Box“!

Bei der Narkotisierung war nicht nur der Arzt erstaunt, was unsre Babylady so „vertrug“. Es dauerte einige Zeit, bis sie richtig in Narkose war. Aber als wir sie, nach beklemmender Wartezeit, wieder abholen konnten,war sie schon wieder halb wach, herumtapsend und hörbar aktiv.

Zuhause ging auch einige Tage alles gut, sie war ein wenig müder und weniger beweglich-spielerisch drauf, aber das war ja klar. Doch nach den ersten Tagen begann sie, sich die Narbenfäden selbst zu ziehen. Auch ein weiterer Termin beim Tierarzt und die dortige erneute Anpassung der „Schutzhalskrause“ nützte nichts, denn sie hatte schnell rausbekommen, wie sie das „störende Ding“ an Stühlen oder Türrahmen zurückstreifen konnte.

Etwa zehn Tage nach der OP ging es ihr immer schlechter.
„Unten rum“ war der Narbenbereich stark entzündet und zum Teil sogar vereitert.
Heute sage ich mit schmerzlichem Lächeln zwar „sie hat damals mal gucken wollen wie sie innen aussieht“ , aber das war echt ganz schlimm.
Sie wurde auch zusehends schwächer.
Der Tierarzt war beim dritten Besuch (den er uns netterweise nicht berechnet hatte) auch sehr erschrocken, desinfizierte alles, machte alles wieder rein und gab uns auch Desinfizierungszeug und Medikamente mit. Er fragte dann aber auch, ob wir sie „erlösen“ lassen wollen.
Was sind wir heute froh, dass wir – denn ich brach damals in Tränen aus und fragte, ob sie noch IRGENDEINE Chance hatte – diesem Impuls damals nicht nachgegeben haben.

Zuhause legten wir sie vorsichtig auf ihre Lieblings-Badvorlegematte und machten uns Zeiten aus, wo wir uns abwechselnd um sie kümmern können. So war immer jemand bei ihr, um sie am Leben zu erhalten und sie so gut wie möglich wieder aufzupäppeln.

Wenn ich zum Beispiel „dran“ war, hab ich ihr mit Wasser verdünnte Katzenmilch mithilfe eines Löffelchens eingeflöst. Zum Essen eine Leckerli-Kaustange zerbröselt, mit etwas Katzenmilch eingedickt und ihr ins Mäulchen geschoben.
Sie kaute dies auch brav und schleckte auch langsam die Milch.
Sie hatte – trotz aller körperlichen Schwäche – eine unglaubliche Kraft und einen Lebenswillen, der mir mehrmals täglich die Tränen in die Augen trieb. Ich legte mich oft neben sie, streichelte sie, hob sie ab uns zu gaaaanz vorsichtig über das Klo, damit sie ein wenig „machen“ konnte und sich die Wunde nicht zusätzlich mit der Katzenstreu belastete…
In den Phasen, wo sie spürbar ausruhte, legte sie ihren Kopf in meine Handfläche und seufzte dann oft auf.

Es waren wirklich harte fünf Tage nach dem dritten Tierarztbesuch, die wir uns abwechselnd um sie kümmerten. Zweimal täglich säuberten wir ihre Wunde. Dafür legte ich sie mir mit dem Rücken auf meine Beine, hielt sie vorsichtig fest, während Männe mit der Desinfektions-Saubermachlösung die Bauchwunde behutsam und vorsichtig reinigte und mit etwas Salbe abtupfte. Dabei spürte ich immer ihre Schmerzen und ihr Zucken. Aber sie war sehr tapfer.
Es wurde auch zusehends besser, nach etwa vier Tagen hatten wir das Gefühl, dass sie „über dem Berg“ ist.

Am sechsten Tag dann, ein paar Minuten, die sie allein im Bad auf „ihrer Vorlegermatte“ geschlummert hatte… wir haben schnell was gegessen… für Männe gab es Schnitzelchen. Plötzlich kam Sammy mit einem kleinen Schnitzelrest in der Schnute ins Zimmer getapst, huschte ab unter den Tisch und knabberte am Schnitzel herum. Ich dachte ich seh nicht richtig, Männe war auch völlig verblüfft. „Siehst du auch, was ich sehe???“

Sie hatte dann zwar den Fleischrest nicht gefressen, aber ab diesem Zeitpunkt ging es peu a peu wieder aufwärts. Ihr Bauch heilte nach und nach, da ihn wir ja weiter behandelten, und ihr ging es von Tag zu Tag besser. Sie war total verschmust und liebebedürftig, immer an und bei uns, lieb und für jedes „mal schnell über den Kopf streicheln“ hörbar und sichtlich dankbar.
Allerdings wuchs ihr ab dieser Zeit ein so genannter „Fellbauch“, der ihr seitdem das Aussehen einer „dauerschwangeren“ Katze verleiht.
Aber der Tierarzt, der auch sehr froh und erstaunt war über ihre äußerst gute Genesung, meinte, das ist manchmal so und solange sie damit klar kommt, seien diese paar Extra-„Pfündchen“ okay.

Tatsächlich erfreut sie sich nun ihres mittlerweile siebenjährigen Lebens und wir erfreuen uns an ihrem Dasein bei uns.

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