Abgeschleppt

Das war ein Tag gestern. Am Vormittag ein Besuch beim Amt, der ganz gut verlief und auch nicht lange gedauert hatte.
Auf der Suche nach einem Parkplatz dort – vorher natürlich – fiel uns ein Auto auf, welches ziemlich un“passend“ auf der Parkplatz-Zufahrt stand. Wir und andere Fahrzeugbeweger mussten ganz „schön“ drumherumwuseln.
Dann nach dem Termin vom Parkplatz runter und… es stand immer noch so da und eine junge Frau stand daneben und schien ziemlich hilflos. Somit wir sie fragten, ob wir ihr helfen könnten…

Ihr Auto hatte keine „Lust“ mehr. Wir beziehungsweise mein Männe, vermutete(n) nach dem „Erst-Check“, dass die Batterie nicht mehr mitmachte. Oder doch die Lichtmaschine kaputt war?

Weitere motorisierte Passanten hupten und gestikulierten genervt. Wir versuchten ihr Auto erstmal zu bewegen, was uns misslang. Ich fuhr dann so an „sie“ ran, dass wir ihr Auto mithilfe eines Abschleppseils anknüppern konnten. Mein Männe fragte mich lieb, ob ich schon mal abgeschleppt hätte…
Mein Gesichtsausdruck war offensichtlich erschrocken, denn die junge Frau meinte sehr aufgeregt, sie könnte aber auch nochmal bei ihrer Versicherung wegen einem „Abschlepper“ anrufen, denn die hatten sie – erstmal – an eine (Vertrags-) Werkstatt ca 15 Kilometer weiter empfohlen…
Aber „das“ lassen wir – Männe und ich – doch nicht so stehen. Frau (ich!!!) ist mutig, Mann setzte sich ans Lenkrad das kaputten Autos, sie daneben auf ihren Beifahrersitz und ich mich an unser Autolenkrad. Tief Luftholen, Spiegel einstellen, Gestik üben und dann…laaaaangsam starten.

Der erste RRRUMMS erschreckte mich maßlos. Die Geste meines Männes „da hinten“ beruhigte mich wieder.
Ich hatte vorher nie geahnt, wie sehr ich mit meinen zwei Augen die drei Spiegel UND den Verkehr ringsrum gleichzeitig beachten konnte.
Der zweite Versuch. Auch da ruuummmste es und … ich rollte und sah, dass das Fahrzeug hinter mir 😉 auch rollte.

Die erste Stadtampel auf dem Weg zur von uns bevorzugten Werkstatt war natürlich rot.
Das Bremsen als „Abschlepper/in“ ist eine Herausforderung.
Vielleicht hätte ich vor knapp 25 Jahren bei der Fahrschule doch mal „Abschleppen“ üben sollen…?
Es wurde grün und… RRRRUMMMS – mein Fahrzeug schaffte es nicht und ging aus. Mist. Zweiter Versuch der ersten Ampel… der klappte. Leider hatten einige der anderen Autofahrer es sich mittlerweile nicht verkneifen können- trotz unserer Warnblinkerei – um uns herumzufahren und damit die Kreuzung blockiert.

Ich war unschuldig! Ich stand ja noch VOR der Ampel! Die inzwischen rot war.

Sie wurde wieder grün. Es ging diesmal gut und wir… rollten. Brav mit 30 km/h auf der Hauptstraße. Erstmal keine Ampeln weiter auf der Fahrstrecke.
Mir war erst bewusst, das ich zitterte, als ich kurz mal meine nervös krabbelnde Nasenspitze berühren wollte und dabei mit einem Finger fast in ein Auge kam.

IHR Auto blinkte inzwischen leider nicht mehr WARN. Da hatte wohl nun alles batterie- oder lichtmaschinenmäßige aufgegeben. Nur mein Männe gab noch nicht auf, der saß auch ganz gerade an DEM Lenkrad.

Noch etwa 300 Meter bis zur Werkstatt ohne nennenswerte Ampel- oder Verkehrshindernisse. Ich blinkte WARN was möglich war, doch nun musste ich bergauf auf eine andere Hauptstraße drauf… und es kamen viele Autos…

Warten, gucken ob ich´s schaffe… RRRRUUMMMS. MIST. Nächster Versuch. Der klappte. Die letzten Meter bis zur Werkstatt war ich ziemlich aufgeregt denn es war eine blöde Kurve und ne ganz enge Zufahrt… Aber wir kamen an. Hatten ja dort Bescheid gesagt und … auch die Bremsmanöver klappten und kein anderes Fahrzeug dort wurde angebufft.

Ich hab beim Aussteigen soooooo gezittert, dass ich erstmal ein Weilchen brauchte um mich zu fassen. Die junge Frau war unglaublich dankbar und umarmte mich gleich und dann auch meinen Männe.

Sie hat ihr Auto gleich dort gelassen, es sollte heute repariert werden. Weil wir erstens naoch woanders hinwollten und zweitens ja ganz arg nett sind, haben wir sie dann mit genommen und in der Nähe ihres Wohnsitzes rausgelassen. Sonst hätte sie mit dem Zug fahren „müssen“ und … so aufgeregt und unglücklich wie sie war… wollten wir sie nicht einfach so in ihrer Fast-Verzweiflung stehen lassen. Ein Werkstatt-Fahrzeug war grad nicht da.

Sie ist angehende Kinderärztin und eine sehr nette Frau. Wir hoffen mal, dass heute alles wieder gut wurde und die Reparatur (Lichtmaschine) nicht allzu teuer wurde…

Ein Gedanke zu “Abgeschleppt

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